Die Männer tragen eine schwarze Lederhose, entweder lang oder als Bundhose mit weißen Strümpfen und Schnallenschuhen oder Faltenstiefel.
Dazu eine schwarze oder rote Weste mit Silberknöpfen, darüber eine schwarze Joppe ebenfalls mit Silberknöpfen vorne und Verzierungen auf der Rückseite.
Für Festtage und vor allem in Verbindung mit den Faltenstiefeln, wird auch ein langer Mantel anstelle der Joppe getragen. Die Farbe des Halstuches ist nicht vorgegeben, sie variiert von rosa über rot bis blau, zu Traueranlässen wird dagegen ein schwarzes Tuch getragen. Komplettiert wird die Gäubodentracht mit einem schwarzen Hut aus Filz oder Velours.
Die Frauen tragen über der weißen, langen Unterhose mit Spitzen einen schwarz-weiß gewirkten Rock , dazu weiße Baumwollstrümpfe und schwarze Schnallenschuhe.
Über ein Leibl aus Leinen mit einem Überzug aus Seidenbrokat mit bunten oder goldenen Blumenverzierungen, wird ein schwarzseidenens Damastmieder mit Goldbortenverzierung getragen. In die silbernen Schnürhaken wird eine Kette, die mit verschiedensten Silbertalern bestückt ist, eingefädelt.
Eine einfarbige Seidenschürze, ein seidenes Schultertuch, eine weiße Halskrause und eine Riegel- oder Bandlhaube runden die Frauentracht ab.
Die Mädchentracht unterscheidet sich kaum von der Frauentracht, auch sie tragen schwarz-weiß gewirkte Röcke mit Seidenschürzen, ein schwarzes Damastmieder, verziert mit Goldborten und Talerverzierung.
Die kleineren Buben tragen überwiegend lange Mäntel, erst im jugendlichen Alter werden schwarze Joppen getragen. Wo die Farben der Hüte und der Lederhosen für die Kleinsten noch variieren, weichen sie ab dem Vorschulalter dem üblichen Schwarz. Dazu werden Schnallen- oder Haferlschuhe getragen.
Im Januar 1946 beschlossen 8 gleichgesinnte, heimatverbunde Männer im Gasthaus Winter in Scheuer die Gründung eines Vereins zur Erhaltung des Brauchtums und der Pflege des Volkstanzes, Volksliedes und der Volksmusik.
Der schon damalige Doppelname des Vereins „Gebirgstrachtenverein Enzian Mangolding- Mintraching“ begründet sich zum einen durch die unterschiedlichen Wohnorte der Gründungsmitglieder und zum anderen durch die Absicht, so die Dorfbewohner beider Ortschaften für den Verein gewinnen zu können.
Geführt von Georg Karczmarek wuchs der Verein sehr schnell, sodass man schon im selben Jahr noch einen Maibaum aufstellen und ein Theaterstück aufführen konnte. Es folgten weitere öffentliche Auftritte einer Plattler- und Volkstanzgruppe, Heimatabende mit Tanz und Gesang, sowie diverse Ausflugsfahrten rundeten das Vereinsleben ab.
Vereinstracht war bisher die Miesbacher Gebirgstracht, die jedoch ab 1949 Zug um Zug durch die bodenständige Original-Gäubodentracht ersetzt wurde.
Bereits im Juni 1950 fand eine Fahnen- und Standartenweihe statt, Patenvereine waren die „Holzhacker“ aus Obertraubling und für die Standarte die Jugendgruppe „Alpenrosen-Edelweiß Regensburg“.
Noch im selben Jahr fuhr der nun 120 Mann starke Verein mit einer großen Gruppe zum ersten Mal zum Trachtenzug beim Münchner Oktoberfest, mehr als 20 weitere Teilnahmen folgten bis heute.
In den darauf folgenden Jahren unterhielt die Theatergruppe in mehr als 200 Aufführungen die Bevölkerung und war bis über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt waren die jeweiligen Theaterleiter Karl Nierer, Georg Karczmarek, Alois Hofbauer, Ferdl Frummet sen., Karl Schiller und Paul Krämer, die insgesamt 100 Schauspieler in Szene setzen mussten.
Eine besondere Ehre war es für unseren Verein mit 50 Mitgliedern in Volkstracht an der Fernsehproduktion für den Film „Die Apostelwascher“ mitzuwirken.
Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Weihe einer neuen Fahne im Jahre 1980. Diese Feier wurde in Verbindung mit dem Niederbayerischen Gautrachtenfest begangen. Drei Tage lang feierte man mit über 50 anderen Trachtenvereinen dieses Fest.
1984 wurde der Gründungsvorstand Georg Karczmarek nach 38 Jahren aus seinem Amt verabschiedet und zugleich, aufgrund seiner verdienstvollen und unermüdlichen Arbeit, zum Ehrenvorstand ernannt. Als neuer Vorstand übernahm Ferdl Frummet jun. die Vereinsführung.
Das 40-jährige Vereinsjubiläum wurde im Juni 1986 wiederum mit dem Patenverein aus Obertraubling sowie den Vereinen aus der Arge Regensburg in einem 2-tägigen Fest gefeiert.
Im Jahr 2001 legte Ferdl Frummet jun. sein Amt als Vorstand nach 17 Jahren nieder und übergab es an Paul Krämer, der den Verein in den darauffolgenden 16 Jahren leiten sollte.
Neben vielen regelmäßigen Festteilnahmen wie beispielsweise bei den jährlichen Gauveranstaltungen sowie den traditionellen Festauszügen beim Gäubodenvolksfest in Straubing oder dem Oktoberfest in München, ist in dieser Ära als besonderes Highlight das Mitwirken bei der 1000-Jahrfeier des Gründungsortes Mangolding im Jahre 2010 zu nennen, bei dem man unter anderem den Heimatabend organisierte und durchführte.
Seit Ende 2011 ist der Verein im Vereinsregister eingetragen und führt seitdem den Namen Volkstrachtenverein Mangolding-Mintraching e.V.
Im Jahr 2017 legte Paul Krämer sein Amt als Vorstand ab, auch er wurde postwendend aufgrund seiner unermüdlichen Arbeit und Verdienste um den Verein vom neuen Vorstand Christian Haimerl zum Ehrenvorstand ernannt.
Unverändert seit 1946 gilt unser Leitspruch
Haltet in Ehr' und Acht, alte Sitt und Heimattracht!